Pflegepersonal, 40 Jahre, Notfallaufnahme - Leipzig


Wie erlebst Du den Umgang  mit Patient*innen in der momentanen Lage?

Unüberlegte und missverständliche Hygienevorgaben und fehlende Kommunikation führen zu einem hohen Stresslevel auch für Patienten. Durch die steigende Arbeitsbelastung kommt es auch zu einem unangenehmeren Umgangston untereinander.


Wie sieht Dein (Arbeits-)Alltag momentan aus und was hat sich verändert?

Die Arbeit in der Notaufnahme hat sich enorm verkompliziert. Zu den schon vor der Pandemie erschwerten baulichen Gegebenheiten, kommen jetzt teils fragwürdige Anordnungen. Durch die verschärften Hygiene- und Isolationsvorschriften kommt es zu einer Steigerung der Arbeitsbelastung, da man noch gewissenhafter mit noch mehr begrenzten Ressourcen umgehen muss, um Kollegen und die Patienten zu schützen. Mitarbeiter*innen sind verpflichtet jede Woche einen Covid-19 Test durchzuführen, auch wenn bei positivem Befund weiter gearbeitet werden muss. Erst bei auftreten von Symptomen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, soll daheim geblieben werden.


Was wünscht Du Dir aktuell? Könnte etwas besser laufen?

Einheitliche Hygienevorgaben und verbesserte Hygienekonzepte. Mehr Personal. Mehr Freizeit.


Machst Du Dir Sorgen im Arbeitsalltag oder bezogen auf die Zukunft?

Durch fehlende und teils widersprüchliche Hygienevorgaben sind wir als Personal einer noch höheren Infektionsgefahr ausgesetzt.


Fehlt es an etwas? Was sind gerade die größten Probleme?

Mangel an Schutzausrüstung. Bauchliche Fehlplanung. Nichtvorhandensein von Isolationsräumen mit daraus folgender Errichtung von provisorischen Isolationsräumen ( z.T. mit Müllsäcken abgetrennte Bereiche). Mangelnde Kommunikation, täglich neue Anordnungen und Neuerungen, die nur schlecht und missverständlich kommuniziert werden.


Hast Du Forderungen oder Ideen für ein Gesundheitssystem nach Corona? Was sollte sich langfristig ändern?

Abschaffung der DRG Fallpauschale , mehr Personal, Abkehr von der Gewinnorientierung im Gesundheitswesen.