Wir finden es wichtig, dass nicht nur über, sondern auch aus dem Gesundheitssystem heraus berichtet wird.
Wir wollen ein Sprachrohr sein, Erfahrungen sammeln und Forderungen eine Plattform bieten.

Die Idee hinter #CoronaPerspektiven ist es, verschiedenen Menschen aus dem Gesundheitssystem die Möglichkeit zu geben, über ihren (Arbeits-)alltag während Corona zu berichten.
Solltest du Forderungen und spezielle Vorstellungen für ein Gesundheitssystem nach Corona in deiner Coronaperspektive formulieren, wollen wir diese in ein Statement von Kritmed* mit einbeziehen.

Du möchtest Deine #CoronaPerspektive mit uns teilen? Das PDF mit den Fragen findest du hier:

Deine #CoronaPerspektive kannst du uns an kritmed-dd@posteo.de zuschicken.

Wir freuen uns darauf weitere #CoronaPerspektiven mit Euch teilen zu können!


#CoronaPerspektive

04/06/2020

Pro Familia, Schwangerenberatungsstelle; Sozialarbeiter*innen/Sozialpädagog*innen mit Zusatzausbildung zu Schwangeren-, Schwangerschaftskonfliktberater*innen

“Wir spüren zunehmende Verunsicherungen mit wirtschaftlichen Ängsten in der Überlegung, ob eine Schwangerschaft fortgesetzt werden kann/soll.
Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, sorgen sich um die Durchführbarkeit des Eingriffs.”

#CoronaPerspektive

22/05/2020

PJ-Student, Viszeral-, Gefäß- und Throaxchirurige, Eberswalde

“Ich wünsche mir, dass wir allen Menschen einfachere, leichter zugängliche, barrierefreie und rechtssichere Möglichkeiten geben im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten selbst zu bestimmen wie sich unser Gesundheitswesen in häufig unübersichtlichen und unvorhergesehenen Krankheitsfällen um sie kümmert.

#CoronaPerspektive

19/05/2020

Medinetz Dresden e.V., vermittelt anonym und kostenlos medizinische Hilfe für Geflüchtete und Menschen ohne Aufenthaltsstatus.

“Fehlende Testmöglichkeiten für Menschen ohne Krankenversicherung, fehlende Unterbringung für Wohnungslose, sodass das Einhalten einer Quarantäne gar nicht realisierbar ist und die generelle Nicht-Teilhabe an Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus aus Angst vor Ausweisung, verschärfen die sowieso schon prekäre Situation vieler Menschen zusätzlich.”


 

#CoronaPerspektive

14/05/2020

Jonathan, 29 Jahre, Sozialarbeiter
Heilpädagogische Intensivwohngruppe eines freien Trägers der Jugendhilfe in Dresden

“Die Unmöglichkeit des Verlassens des Geländes
und einem damit erheblich eingeschränkten Aktionsradius und das Verbot von Beurlaubungen zu den Eltern sind für die
Bewohnenden die größten Probleme. Die Folgen sind “Lagerkoller” in Form von Konflikten unter den Bewohnenden, Langeweile, depressive Episoden.”

#CoronaPerspektive

11/05/2020

Gesundheits- und Krankenpflegerin, 27 Jahre, Infektionsstation

„Ich finde es nahezu absurd, wie viel Aufmerksamkeit durch die aktuelle Situation auf Pflegende gelenkt wird. Viele arbeiten schon seit Jahren oder Jahrzehnten unter Umständen, die ihre eigene und die Gesundheit der Patient*innen gefährden.“

#CoronaPerspektive

08/05/2020

Gesundheits-und Krankenpflegerin in der infektiologischen Notaufnahme

“Derzeit gibt es viele gestresste/ psychisch auffällige Patient*innen; meist aufgrund von fehlendem Kontakt zu Angehörigen”

#CoronaPerspektive

04/05/2020

Theresa, 28 Jahre, Ärztin in Weiterbildung,
Pädiatrie, sächsisches Krankenhaus der Schwerpunktversorgung

“Interessanterweise habe ich erlebt, dass sich nun fast ausschließlich nur noch Patient*innen mit “Notfällen” in der Notaufnahme vorstellen, also deren Konsultationsgrund wirklich eine dringliche Abklärung benötigt oder eine stationäre Aufnahme notwendig macht.”

#CoronaPerspektive

01/05/2020

Krankenpfleger, 30 Jahre

Gerechtere Lohnauszahlung wird ja auch immer mal in den Raum geworfen, dies aber bitte nicht nur berufsspezifisch. Meiner Meinung nach sind Maßnahmen, die sich aktiv gegen den immer noch gravierenden „gender pay gap“ richten nicht nur längst überfällig, sondern würden zum Teil auch den „systemrelevanten Berufen“ entgegenkommen.”

#CoronaPerspektive

29/04/2020

Pflegepersonal, 40 Jahre, Notfallaufnahme Leipzig

“Durch die verschärften Hygiene- und Isolationsvorschriften kommt es zu einer Steigerung der Arbeitsbelastung, da man noch gewissenhafter mit noch mehr begrenzten Ressourcen umgehen muss, um Kollegen und die Patienten zu schützen.”

#CoronaPerspektive

27/04/2020

Jan, 27Jahre, Interdisziplinäre Intensivstation

“Ich wünsche mir weiterhin die Unterstützung der Gesellschaft. Besonders Besonnenheit und Vorsicht bei der geplanten Lockerung der politischen Maßnahmen.”

#CoronaPerspektive

25/04/2020

Ärztin, 26 Jahre, Blutspendedienst

“Mein aktueller Wunsch bezieht sich auf eine bereits häufig geäußerte Forderung: ausreichend und angemessene Schutzkleidung für alle Gesundheitsarbeiter*innen, keine neoliberal-geprägte just-in-time Produktion von Schutzkleidung in Billiglohnländern, sondern ausreichende Vorräte.”

#CoronaPerspektive

23/04/2020

Wiebke, 27 Jahre, Anästhesiologische Intensivstation, Uniklinikum Dresden

“Ich würde mir wünschen, dass die Menschen aufhören Unterschiede aufgrund des Passes zu machen und anfangen dort zu helfen, wo es nötig ist.”

#CoronaPerspektive

21/04/2020

Medizinstudentin, 25 Jahre,
Innere Notaufnahme

Prinzipiell finde ich, dass unser Studium viel praktischer gestaltet werden sollte, z.B. dass wir regelmäßig auf Stationen mitarbeiten und nicht bloß während der Famulaturen. Dann wäre es in speziellen Situationen wie dieser auch viel einfacher, unsere Mithilfe gleich einzuplanen und zu organisieren.”

#CoronaPerspektive

21/04/2020

Thomas, 32 Jahre, Anästhesist, Uniklinikum Dresden

“Für eine Zeit “nach Corona” fordere ich, wie auch schon vor dieser Zeit, eine Abkehr vom DRG-System in seiner jetzigen Form, eine Absage an das Primat der Gewinnorientierung in solch kritischer Infrastruktur, wie dem Gesundheitswesen und eine Medizin, die Patient*innen und deren Willen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt und eine Wiederbelebung des medizin-ethischen Diskurses.”

Zur Klärung verschiedener Begriffe im Bezug auf Corona hat der NDR ein gutes Glossar erstellt: